Nordwesteuböa – Zwischen Küste, Halbinsel und Golf

Nordwesteuböa ist die Landschaft, in der Meer, Berge und Buchten so nah zusammenrücken, dass der Golf wie ein von Land umschlossener See erscheint.

Nordwesteuböa entfaltet seinen Reiz in einer landschaftlichen Spannung zwischen Küste und Gebirge. Hinter den Buchten steigen die Hänge des Kandili- und Theletrio-Gebirges steil auf, mal von Olivenhainen, mal von Pinien bestanden, während das Wasser sich ruhig dazwischen legt. Die Küstenlinie windet sich, Buchten öffnen sich und schließen sich wieder, keine Perspektive gleicht der anderen. Überall spürt man das Zusammenspiel von Nähe, Relief und Rhythmus – eine Landschaft, in der Enge nicht einengt, sondern intensive Schönheit erzeugt.


Die Halbinsel Lichada – dramatischer Abschluss im Westen

Die Halbinsel Lichada bildet den westlichen Abschluss der Region. Agios Georgios Lichadas liegt hier malerisch in einer geschützten Bucht, eingerahmt von steilen Hängen, die direkt ins Meer abfallen. Von hier eröffnen sich Ausblicke auf die Lichadadonisia, kleine Inseln, die der Küste zusätzliche Tiefe verleihen. Zusammen mit den Küsten um Loutra Edipsou und dem gegenüberliegenden Festland entsteht der Eindruck eines ruhigen, von Land umschlossenen Golfs, dessen Wasser geschützt und monumental zugleich wirkt.


Küstenhänge am Golf

Die Orte Limni, Loutra Edipsou und Rovies schmiegen sich an die Hänge des Kandili- bzw. Theletrio-Gebirges. Jede Bucht hat ihren eigenen Charakter: Loutra Edipsou lebt seit der Antike von seinen heißen Quellen, die bis heute den Rhythmus des Ortes bestimmen; Rovies öffnet sich entlang eines langen Sandstrandes, flankiert von Olivenhainen, die bis ans Wasser reichen; Limni fügt sich ruhig in die steilen Hänge ein, malerisch am Wasser gelegen und eingebettet in die umliegende Vegetation. Zwischen Bergen, Buchten und Wasser entsteht eine landschaftliche Komposition, die dramatisch und zugleich harmonisch wirkt.


Übergang zur Nordküste

Weiter nördlich bei Agiokambos und Oreoi zieht sich die Küste zurück, die Berge werden flacher, und hinter den Hängen öffnet sich die Ebene um Istiea. Von hier aus wird die Nähe zum Festland besonders spürbar: Über die enge Meeresstraße erstrecken sich die Berge Mittelgriechenlands und Thessaliens, die wie ein ferner Rahmen die Küste begleiten. Dieser Blick vermittelt Weite und Orientierung zugleich und markiert das Ende der dramatischen Buchten des Nordwestens sowie den Übergang zu den offeneren Landschaften der nördlichen Ägäisküste.


Charakter der Region

Nordwesteuböa lebt von landschaftlicher Nähe, dramatischer Komposition und intimer Größe. Küsten, Buchten, Hänge und Orte stehen in engem Bezug zueinander, und der Golf erscheint als ruhiger, fast „eingekapselter“ Wasserraum, geschützt von Bergen und der Halbinsel Lichada. Die Region zeigt Euböa in einem besonders atmosphärisch dichten Maßstab: abwechslungsreich, spannend und voller Nuancen. Wer hier unterwegs ist, spürt die Insel in jedem Winkel – zwischen Wasser, Felsen und menschlicher Siedlung.