Euböa im Überblick
Wir sind mit dem Auto aus Richtung Athen angereist und bei Chalkida über die Brücke auf die Insel gefahren.
Direkt dahinter liegt ein großer Kreisverkehr südlich der Stadt, der den Verkehr verteilt.
Hier herrschte zunächst dichter Verkehr.
Die Ausfahrt nach Eretria ist die erste Straße im Kreisverkehr.
Von hier führt eine der Hauptverbindungen entlang der Küste weiter nach Süden.
Unterwegs passiert man immer wieder graue Industrieanlagen.
Es wirkt anders, als man es vielleicht von typischen Urlaubsinseln kennt.
Erst mit zunehmender Entfernung von Chalkida verändert sich das Bild.
Eretria als Basis
In Eretria hat man einen guten Standort, wenn man Euböa in alle Richtungen erkunden möchte.
Der Ort bietet alles, was man für einen Aufenthalt benötigt: Hotels, Tavernen, Cafés, Bäckereien und Supermärkte. Gleichzeitig liegt er an einer der Hauptverbindungen in den Süden und Osten der Insel.
Schnell zeigt sich, dass Entfernungen eine größere Rolle spielen, als man zunächst vermutet.
Bis Loutra Edipsou sind es fast drei Stunden,
nach Karystos immer noch gut anderthalb.
Vieles ist erreichbar – aber selten nah.
Unterwegs
Von Eretria aus haben wir die Insel in alle Richtungen erkundet.
Das bedeutete lange Fahrten und oft nur kurze Aufenthalte vor Ort.
Im Nachhinein wurde klar:
Euböa funktioniert nicht wie eine klassische Urlaubsinsel.
Man fährt viel, sieht viel – aber bleibt selten lange an einem Ort.
Der Norden – mehr als ein Ziel
Den Norden erreicht man von Chalkida aus über eine Hauptstraße, die zunächst durch bewaldetes Bergland führt und später in das Tal des Kireas hinab.
Die Landschaft verändert sich spürbar.
Die Berge steigen steiler an, Wälder prägen große Teile der Region.
Das Kandili-Gebirge erreicht Höhen von über 1200 Metern.
Gleichzeitig ist die Region durch Waldbrände in den vergangenen Jahren sichtbar verändert worden.
Was den Norden besonders macht, ist der Wechsel zwischen Insel, Euböischem Golf und dem Blick zum Festland.
Orte wie die Lichadonisia oder Loutra Edipsou zeigen das sehr deutlich.
Beim ersten Aufenthalt blieb vieles davon ein kurzer Eindruck.
Erst bei einem späteren Aufenthalt im Norden – mit Unterkunft direkt in Loutra Edipsou – konnten wir uns mehr Zeit nehmen.
Am frühen Morgen zu den Thermalbecken zu gehen, noch bevor der Ort richtig wach ist, und im warmen Wasser den Sonnenaufgang zu erleben, gehört zu den Momenten, die bleiben.
In Loutra Edipsou trifft man auf ganz unterschiedliches Publikum.
Viele ältere Griechen kommen wegen der Thermalquellen hierher. Gleichzeitig begegnet man Reisenden, die auf religiösen Routen unterwegs sind – etwa zum Kloster Agiou Ossiou David oder nach Prokopi.
Der Norden wirkt dadurch weniger wie ein klassisches Reiseziel, sondern eher wie ein Raum, der aus sich selbst heraus funktioniert.
Die Mitte – Ausgangspunkt und eigener Raum
Die Mitte der Insel ist Ausgangspunkt und Übergang zugleich.
Rund um Eretria und Chalkida konzentrieren sich Infrastruktur, Verbindungen und Wege in alle Richtungen.
Gleichzeitig ist dieser Teil der Insel mehr als nur Durchgangsraum.
Eretria ist einer der wenigen Orte auf Euböa, die sich stärker dem Tourismus geöffnet haben.
Hier findet man eine entsprechende Infrastruktur – und zugleich eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der Insel.
Das Gebiet rund um das Dirfis ist auch für Wanderer interessant und zeigt eine andere Seite der Insel – abseits der Küsten.
Der Süden – weiter, offener, ruhiger
Auch den Süden haben wir erst bei einem späteren Aufenthalt von Marmari aus erkundet.
Mit einem festen Standort in dieser Region verändert sich der Blick auf die Insel.
Man fährt weniger – und bleibt länger.
Karystos bildet hier das Zentrum.
Weitere Orte wie Nea Styra oder Marmari ergänzen das Bild.
Die Region ist insgesamt dünner besiedelt.
Das Bergmassiv des Ochi prägt die Landschaft.
Rund darum finden sich weite, teilweise sehr ursprüngliche Gebiete.
Auffällig ist auch der Unterschied im Erscheinungsbild.
Landschaft und Bauweise erinnern stellenweise eher an die Kykladen, die sich südlich anschließen.
Es wirkt heller, karger und offener als im Norden.
Die Landschaft wirkt rauer – mit Schluchten, Gebirgsbächen und sehr unterschiedlichen Küstenabschnitten.
Was bleibt
Euböa erschließt sich nicht über einzelne Orte.
Beim ersten Aufenthalt haben wir versucht, die Insel von einem Standort aus zu entdecken.
Vieles war erreichbar – aber oft blieb wenig Zeit.
Erst mit späteren Aufenthalten und wechselnden Standorten hat sich das Bild verändert.
Bei unserem letzten Aufenthalt sind wir von Region zu Region gezogen.
Gerade die Tage, an denen wir den Standort gewechselt haben, sind mir besonders in Erinnerung geblieben.
Man startet am Morgen an einem Ort und kommt am Abend an einem anderen an.
Dazwischen liegt der Tag.
Man fährt los und entscheidet unterwegs, was passiert:
ein kurzer Stopp am Strand, ein Klosterbesuch oder ein Ellinikós métrios in einem Kafenio.
Diese Tage haben die Reise geprägt.
Nicht das Ziel, sondern das, was dazwischen passiert.
Wer die Insel wirklich verstehen möchte, wird früher oder später beginnen, sie für sich in Abschnitte zu gliedern – nicht als feste Einteilung, sondern als Orientierung.
Genau daraus sind auch die Regionen entstanden, die sich in „Euböa entdecken“ wiederfinden.