Aliveri – Industrie, Geschichte und Küstenflair auf Euböa

Aliveri ist eine Stadt voller Kontraste: Zwischen industriellem Erbe, historischen Ruinen und Küstencharme spürt man hier Authentizität, die man auf Euböa selten findet. Mit etwa 5.000 Einwohnern ist Aliveri kein typisches Touristenziel, sondern ein lebendiges Zentrum für die umliegenden Dörfer.

Stadtzentrum und Hafen Karavos

Das Stadtzentrum liegt rund 2 km vom Meer entfernt. Seit meinem ersten Besuch 2009 hat sich einiges verändert: Viele leerstehende Ladenflächen fallen auf, aber die gepflasterte und begrünte Fußgängerzone, restaurierte Altbauten und Verkehrsberuhigung verleihen der Ortsmitte deutlich mehr Charme.

Das Hafenviertel Karavos bietet Tavernen, Cafés und Bars direkt am Wasser. Von hier hat man einen schönen Blick über die Bucht auf das Kraftwerk und auf die gut erhaltenen Außenmauern des Rizokastro (Kastro Mylaki) auf der Hügelspitze. Nördlich von Karavos liegen die Strände Panagitsa, Kampos, Pontiki und Kalami – ruhige Badeplätze mit Sand oder Kies.

Historische Spuren

Aliveri ist reich an Geschichte: Die fränkische Festung Rizokastro diente einst zur Verteidigung und als Gefängnis im Unabhängigkeitskrieg. Auf dem Werksgelände liegt der venezianische Turm Matsoukela, der nach Anmeldung besichtigt werden kann.

Etwa 1 km nördlich des Dorfendes erreicht man das mykenische Tholos-Grab bei Katakalos über einen Schotterweg. Weitere historische Stätten sind römische Thermen, Nekropolen, die Kirchen Panagitsa (1393) und Agios Nikolaos sowie die Platoma-Hügel mit antiken Marmorbrüchen.

Industriegeschichte hautnah

Aliveri war lange Zentrum des Braunkohlebergbaus und beherbergte die AGET-Hercules-Zementfabrik sowie das heutige Kraftwerk der DEI. Das Lignite Mining Museum dokumentiert die industrielle Vergangenheit – Führungen nach Anmeldung.

Die Spyropoulos-Brennerei, an der Straße nach Lepoura gegenüber dem Supermarkt AB Vasilopoulos, bietet Einblicke in die Herstellung von Ouzo und Tsipouro sowie Verkostungen.

Kultur, Feste und Atmosphäre

Traditionelle Feste wie das Kamara-Fest am Ostermontag, der Jahrmarkt von Agia Marina oder das Panigiri von Agia Zoni in Lata zeigen die lebendige Kultur Aliveris. Zwischen Industrie und Küste spürt man den eigenständigen Charakter der Stadt.

Fazit – Aliveri erleben

Aliveri ist kein klassischer Ferienort, aber gerade das macht seinen Reiz aus. Industriegeschichte, historische Stätten, ruhige Strände und eine lebendige Ortsmitte schaffen eine besondere Atmosphäre. Für alle, die Geschichte, Küstenflair und regionale Kultur suchen, ist Aliveri ein lohnendes Ziel – und gleichzeitig ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge auf Euböa.