Nordeuböa – grün, wild und überraschend vielseitig

Nordeuböa ist eine Region für alle, die Griechenland abseits klassischer Badeorte entdecken möchten. Wer hierherkommt, sucht nicht nur Strände, sondern Weite, Natur und Landschaften, die stellenweise spektakulärer wirken als in vielen bekannteren Regionen des Landes. Der Norden der Insel ist abwechslungsreich, stellenweise rau, dann wieder sanft und grün – und genau diese Gegensätze machen seinen besonderen Reiz aus.

Durch die Nähe zum mittelgriechischen Festland und zur gegenüberliegenden Pilion-Halbinsel entstehen eindrucksvolle Landschaftsbilder, in denen Meer und Berge oft dicht beieinanderliegen. Die Gebirge fangen ausreichend Niederschläge ab – die Vegetation kann hier aus dem Vollen schöpfen. Große Olivenhaine, Getreidefelder, Weinberge und Zitrusplantagen prägen ebenso das Bild wie ausgedehnte Mischwälder, die vielerorts noch intakt sind.


Lage und Abgrenzung von Nordeuböa

Nordeuböa umfasst den gesamten nördlichen Teil der Insel – von der Halbinsel Lichada im Westen über die Nordküste bis zur Nordostküste bei Vlachia. Die Region blickt dabei auf das griechische Festland und die gegenüberliegende Pilion-Halbinsel und verbindet auf engem Raum Meer, Berge und fruchtbare Ebenen.

Die natürliche Grenze zu Zentraleuböa verläuft nicht entlang administrativer Linien, sondern durch eine markante Landschaftszone im Inselinneren. Zwischen Psachna und Mantoudi überquert man auf einer kurvenreichen Passstraße ein Gebirge, dessen westliche Hänge zum Kandili-Massiv und dessen östliche Flanken zum Pixaria gehören. Dahinter öffnet sich ein enges, beinahe schluchtenartiges Tal, durch das der Kireas-Fluss nach Norden fließt. Spätestens hier beginnt landschaftlich ein anderer Teil Euböas.

Weiter nördlich wird das Relief sanfter. Eine weite Mittelgebirgslandschaft mit bewaldeten Höhenzügen wie Telethrio und Xiron prägt den Charakter der Region. Von hier ziehen sich Wälder, Ebenen und Küstenstreifen bis zur Nordspitze der Insel – ein Übergang, der Nordeuböa seine besondere Vielfalt verleiht.


Wälder, Feuer und Regeneration

Große Teile dieser Landschaft wurden im August 2021 von einem verheerenden Waldbrand getroffen. Betroffen war ein breiter Streifen von der Nordostküste im Bereich von Pefki über Agia Anna, Rovies und Limni bis an die Nordhänge des Kandili-Gebirges. Seitdem erholt sich die Landschaft langsam, vielerorts ist bereits neues Grün zu sehen – ein eindrucksvolles Zeugnis der Regenerationskraft der Natur.


Orte und Küstenorte des Nordens

Die größte Stadt Nordeuböas ist Istiea, das wirtschaftliche und administrative Zentrum der Region. Touristischer geprägt sind vor allem die Küstenorte. Pefki an der Nordküste liegt direkt gegenüber der Südspitze der Pilion-Halbinsel und ist ein beliebter Badeort mit guter Infrastruktur. International bekannt ist der Thermalbadeort Loutra Edipsou, dessen heiße Quellen seit der Antike genutzt werden und der bis heute Besucher aus ganz Griechenland anzieht.

Besonders reizvoll ist die Halbinsel Lichada mit den vorgelagerten Lichadonisia, die mit türkisfarbenem Wasser und vulkanisch geprägten Formen zu den schönsten Naturkulissen der Region zählen. An der Nordostküste liegt Paralia Agia Anna (Agali), einer der längsten Strände Euböas. Makrigialos ist ein weiter Strand, an dem man wie auf einer Bühne steht, während sich im Hintergrund hohe Gebirgsgipfel als eindrucksvolle Kulisse erheben.

Zu den schönsten Orten Nordeuböas gehört das Hafenstädtchen Limni. Alte Häuser, eine gepflegte Promenade und Tavernen direkt am Wasser verleihen dem Ort viel Atmosphäre. Oreoi verbindet Geschichte und Entspannung: Zahlreiche Hinterlassenschaften verschiedener Epochen lassen sich erkunden, bevor man bei einem Frappe an der Promenade den Blick über die Meeresstraße von Artemissio schweifen lässt.


Schluchten, Wasserfälle und besondere Naturräume

Nordeuböa ist ein Paradies für Naturfreunde. Bei Agia Anna schneidet sich die Nileas-Schlucht tief in die Landschaft. Der Fluss durchfließt sie ganzjährig und ermöglicht abenteuerliche Wanderungen direkt durch das Flussbett – ein Erlebnis, das weit über klassisches Wandern hinausgeht.

Zu den eindrucksvollsten Naturzielen zählen die Drimonas-Wasserfälle am Berg Xiron. Besonders im Frühjahr und Frühsommer, wenn ausreichend Wasser fließt, gehören sie zu den schönsten Naturerlebnissen der gesamten Insel.

Eine Besonderheit der Region sind zudem ehemalige Bergbaugebiete bei Mantoudi und an den Hängen des Kandili-Gebirges. In den stillgelegten Abbaugruben haben sich Seen gebildet, die in intensiven Grüntönen leuchten und von einer ungewöhnlichen, fast surreal wirkenden Natur umgeben sind.


Klöster, Geschichte und spirituelle Orte

Neben Natur und Landschaft besitzt Nordeuböa auch eine große kulturelle und spirituelle Bedeutung. Das Kloster Moni Osios David Gerontas zählt zu den bekanntesten Klöstern Griechenlands und zieht Pilger aus dem ganzen Land an. Abgelegener, aber nicht weniger eindrucksvoll, sind die Klöster Agiou Georgiou und Agiou Nikolaou Galataki, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen.

Mit Prokopi liegt in Nordeuböa zudem einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Griechenlands. Die Kirche des heiligen Johannes des Russen ist ein zentraler Anlaufpunkt für Gläubige und verleiht dem Ort eine besondere Atmosphäre.


Verkehrsanbindung und Lagevorteile

Trotz seiner teils abgeschiedenen Landschaft ist Nordeuböa gut angebunden. Fährverbindungen verbinden die Region mit Häfen auf dem griechischen Festland und in Mittelgriechenland:

  • von Agiokampos nach Glyfa

  • von Loutra Edipsou nach Arkitsa

  • von Agios Georgios Lichada nach Agios Konstantinos

Vom Hafen Mantoudi bestehen zudem Fährverbindungen zu den Inseln der Nördlichen Sporaden, was Nordeuböa zu einem idealen Ausgangspunkt für Inselkombinationen macht.


Für wen eignet sich Nordeuböa?

Nordeuböa ist ideal für:

  • Reisende, die einsame Landschaften schätzen

  • Naturfreunde und Wanderer

  • Individualreisende abseits großer Resorts

  • Besucher, die Baden mit Natur, Kultur und Bewegung verbinden möchten

Wer spektakuläre Landschaften, Ruhe und Authentizität sucht, findet im Norden Euböas eine der vielseitigsten und ursprünglichsten Regionen der Insel.