Agios Georgios Lichadas – Zwischen Hafenleben, Waldpfaden und Inseln im Türkisblau

Ein Dorf am Rand der Halbinsel

Wenn man von Loutra Edipsou die 28 Kilometer Richtung Südwesten fährt, öffnet sich die Landschaft spürbar: Unter dem grünen Südhang des Aetofolia liegt Agios Georgios, der kleine Hafenort der Lichada-Halbinsel. Hier endet die Straße – und zugleich beginnt ein sehr eigener Rhythmus aus Meer, Dorfleben und Natur.

Im Sommer legt die Fähre aus Agios Konstantinos direkt an der Hafenmole an. Eine halbe Stunde dauert die Überfahrt, und mit jeder Ankunft füllt sich der Ort kurzzeitig mit Stimmen, Motorengeräuschen und rollenden Koffern, bevor alles wieder in die gewohnt entspannte Atmosphäre zurückfindet. Zwischen den Fähren bestimmen die Fischerboote das Bild – und erinnern daran, dass Agios Georgios ein echtes Arbeitsdorf geblieben ist.


Hafenmole, Promenade und die Kirche im Zentrum

Rund um die Hafenmole spielt sich im Sommer das meiste Leben ab. Die Promenade ist abwechslungsreich mit Bäumen bepflanzt, und dazwischen stehen die fest installierten Pavillons der Tavernen und Cafés entlang der dahinter verlaufenden Küstenstraße. Unter ihnen lässt es sich wunderbar sitzen – kaum irgendwo auf der Halbinsel ist man dem Wasser so nah und gleichzeitig in einer so offenen, luftigen Umgebung.

Unmittelbar daran schließt die Ortskirche von Agios Georgios an. Mit ihrem freistehenden Glockenturm und dem kleinen, gepflegten Park markiert sie das Zentrum des Dorfes. Hier teilt sich die Straße: geradeaus Richtung Lichada, links entlang der Bucht und weiter nach Kavos.


Lichada und der Profitis Ilias – Natur für Entdecker

Wer geradeaus weiterfährt, erreicht nach drei Kilometern Lichada, das auf etwa 140 Metern Höhe liegt. Der Ort eignet sich ideal als Ausgangspunkt für Wanderungen in die waldreiche Natur rund um den Profitis Ilias (674 m).

Der rund 1¾-stündige Aufstieg zum Gipfel führt durch Pinienwälder und lichte Hänge und endet auf einer Aussichtsspitze, die einen Großteil von Nord-Evia, das Festland und die Lichadonisia überblickt. Die Region rund um Lichada gehört zu den ursprünglichsten Landschaften des Inselnordens – perfekt für alle, die gerne abseits bleiben und sich in ruhigen Naturwegen verlieren.


Zum Kap Kavos – Der Südwestzipfel mit Weitblick

Folgt man der Route links entlang der Küste, erreicht man nach knapp sechs Kilometern Kap Kavos. Die Halbinsel läuft hier spitz ins Meer aus, flankiert von einem langen, hellen Strand, der sich nach Norden zieht. Das Wasser leuchtet je nach Sonnenstand in Grün- und Türkistönen, und einige Strandbars und Tavernen sorgen für leichtes Sommerflair.

Wichtig zu wissen: An diesem Kap sind die Strömungen oft kräftig – ein natürlicher Hinweis, sich vorsichtig ins Wasser zu begeben.


Lichadonisia – Zwei Inselstrände und eine vergessene kleine Siedlung

Von Agios Georgios und Kavos aus fahren im Sommer Ausflugsboote zu den Lichadonisia, der kleinen Inselgruppe nur rund einen Kilometer vor der Küste. Auf der größten Insel befand sich früher eine kleine Ansiedlung, die längst aufgegeben wurde – doch die leerstehenden Gebäude und das kleine Kirchlein stehen noch immer und verleihen der Insel eine besondere Atmosphäre zwischen Geschichte und Stille.

An zwei der Strände gibt es heute Kantinen und Sonnenliegen, sodass sich ein entspannter Badetag gut einrichten lässt. Das flache, klare Wasser und die geschützten Sandbuchten schimmern je nach Sonnenstand in Grün- und Türkistönen und machen die Inselgruppe zu einem der eindrucksvollsten Ausflugsziele der Lichada-Halbinsel.


Leuchtturm Faros Vasilinas und die einsame Paralia Kroskidia

Einer der reizvollsten Wege der Halbinsel führt zum Leuchtturm Faros Vasilinas, der den nordwestlichsten Punkt markiert. Eine gut befahrbare Schotterpiste führt dorthin; dennoch lohnt es sich, den Wagen dort abzustellen, wo der Asphalt endet, und den restlichen Weg zu Fuß zu genießen. Die rund einstündige Wanderung schenkt wunderschöne Landschaftsimpressionen – Meerblicke, Pinien, Felsen und eine Stille, die man selten findet.

Mit etwas Glück begleiten einen die Hunde des Leuchtturms ein Stück des Weges, freundlich und neugierig, als wollten sie zeigen, dass man hier willkommen ist.

Vom Leuchtturm führt eine Piste weiter hinab zur Paralia Kroskidia, einem abgeschiedenen Kiesstrand, der von einer steil abfallenden, mit Kiefern bewachsenen Bergflanke eingerahmt ist. Ein ruhiger, fast abgeschiedener Ort für alle, die Natur pur suchen.


Fazit – Ein idealer Ort für Entdecker und Ruhesuchende

Agios Georgios ist für mich einer der schönsten Ausgangspunkte, um die Lichada-Halbinsel mit ihren herrlichen Wandermöglichkeiten und die umgebende Küstenwelt zu erkunden. Wer gern unterwegs ist, findet hier Naturwege, Strände, kleine Dörfer und viel Raum für Entdeckungen.

Und auch wenn der Ort etwas abseits liegt, macht genau diese Lage seinen besonderen Reiz aus: Man bewegt sich hier inmitten ursprünglicher Landschaft – perfekt für alle, die Ruhe, Weite und ein wenig Abenteuer schätzen.