Marmari – Zwischen Wind, Wellen und dem leisen Puls Südevias
Ein Morgen, der die Seele weckt
Mein Tag in Marmari beginnt mit einem Blick, der jedes Mal aufs Neue fesselt. Vom Hotel aus schaue ich über die weite Bucht, über die sanften Dächer des Ortes hinweg bis hinüber zu den Bergen des Festlands. Oft liegt ein silbriger Glanz über dem Wasser, als hätte die Nacht die Oberfläche glatt poliert, bevor der Tag sie wieder kräuselt. Dieser erste Moment am Morgen – still, weit und voller Licht – macht Marmari für mich zu einem besonderen Ort.
Der Rhythmus einer Hafenstadt
Spätestens wenn sich am Horizont die Fähre von Rafina zeigt, erwacht der Ort. Man sieht sie schon früh als kleinen weißen Punkt auf dem Wasser, doch kurz vor der Einfahrt kündigt sie sich mit einem tiefen Schiffshorn an. Dann dreht sie sich elegant um 180 Grad und legt rückwärts an die Mole am nördlichen Ende der Hafenpromenade an.
Sobald die Fahrzeuge von Bord rollen, wird es für ein paar Minuten quirlig – sie müssen den ganzen Ort durchqueren, bevor wieder Ruhe einkehrt. Dieser kleine tägliche Puls bestimmt das Leben hier: ein Kommen und Gehen, das Marmari mit dem Festland verbindet und seine Lebendigkeit ausmacht.
Die Hafenpromenade – das Herz des Ortes
Marmari besitzt eine der schönsten Promenaden Südevias: lang, breit und offen zum Meer hin. Ouzerien, Souvlaki-Grills, Tavernen und Cafés reihen sich aneinander, dazwischen eine Bäckerei, eine Konditorei und ein Supermarkt. Ein größerer Markt liegt an der Straße Richtung Styra, für alle, die sich selbst versorgen möchten.
In der Nebensaison ist es hier angenehm ruhig, ein Ort zum Schlendern, Sitzen und Meerblick-Genießen. Im Juli und August wird es lebendiger, und abends – soweit bekannt – wird die Promenade zeitweise für den Autoverkehr gesperrt, sodass sie ganz den Spaziergängern gehört.
Zwischen Fischern und Urlaubern
Marmari ist ein Ort, der beides kann: touristisch wirken, ohne touristisch zu sein. In den frühen Stunden gehören die Gassen noch den Fischern, die Netze hängen an der Hafenpromenade, als wolle der Ort zeigen, woher er kommt.
Tagsüber und besonders im Sommer treffen hier viele griechische Urlaubsgäste ein, dazu eine internationale Windsurf-Community, die die hervorragenden Windbedingungen schätzt. In der Vor- und Nachsaison dagegen geht es entspannt und gemütlich zu – ein idealer Zeitraum für alle, die Ruhe suchen.
Unterkünfte mit Aussicht
Es gibt einige Hotels im Ort, darunter das Hotel Thea, das Evia Hotel und das Marmari Bay – meist in Hanglage und damit mit einem wunderbaren Blick über Marmari und das Meer. Von hier aus zu beobachten, wie abends die Sonne hinter den Bergen des Festlands versinkt und der Himmel in Rot- und Orangetöne taucht, gehört für mich zu den Momenten, die sich einprägen. Ein Anblick, der den Puls senkt und das Herz hebt.
Strände rund um Marmari
Die kleinen Strände direkt am Ort sind zum Baden eher weniger geeignet – schmal und mit Kies durchsetzt. Doch wer ein paar Minuten fährt oder einen kurzen Spaziergang unternimmt, wird belohnt:
Kokkinis Beach, rund 2 Kilometer nördlich, ist ein breiter, sandiger Strand mit schattigen Bäumen und zwei Kantinas, die Liegen und Sonnenschirme verleihen.
Great Sand Beach, 2 Kilometer südlich, ist eine sandige Halbinsel, deren Windstärke berühmt ist. Zwischen dem Festland und der vorgelagerten Insel Chersonisi bläst es kräftig, weshalb hier Surfer und Kitesurfer perfekte Bedingungen finden. Das Wasser ist klar, die Atmosphäre naturbelassen – einer dieser Orte, an denen man sich sofort frei fühlt.
Ein guter Ausgangspunkt für Südevia
Marmari liegt ideal, um den südlichen Teil der Insel zu erkunden. Das größere Karystos erreicht man in etwa 15 Minuten, und das Hinterland der Region bietet eine Mischung aus Bergen, Buchten und stillen Dörfern. Gleichzeitig ist Marmari durch seine Fährverbindung nach Rafina schnell erreichbar und bleibt so eines der beliebtesten Wochenendziele für Athener.
Fazit – Warum Marmari mich immer wieder gewinnt
Marmari lebt von seiner Atmosphäre: dem Zusammenspiel aus Meer, Licht, Wind und dem gleichmäßigen Kommen und Gehen der Fähre. Es ist kein Ort großer Sehenswürdigkeiten, sondern einer, der durch Stimmung, Authentizität und kleine Momente überzeugt.
Und jedes Mal, wenn die Sonne am Abend hinter den Bergen des Festlands versinkt und die Bucht in warmes Orange taucht, fühle ich dieses leise, vertraute Glück: Marmari schenkt mir Ruhe, Weite und das Gefühl, am richtigen Ort zu sein.
