Platanistos – Wasserfälle, Bergdörfer und ein Hauch unberührter Natur

Ein abgelegener Ortskern in den Bergen des Südens

Platanistos liegt rund 21 Kilometer von Karystos entfernt, an der Straße hinauf zum Kap Kafireas. Das Dorf schmiegt sich etwa 200 Meter hoch an den Hang über dem Tal des Flusses, der aus Richtung Epanochori herabfließt. Auf der gegenüberliegenden Talseite erhebt sich der Andoni mit seinen 886 Metern – eine Kulisse, die sofort vermittelt, wie abgeschieden dieser Landstrich ist.

Nur wenige Häuser im Dorf sind heute noch dauerhaft bewohnt. Das kleine Zentrum mit Kirche und Platz liegt unterhalb der Durchgangsstraße. Die einzige Abzweigung dorthin befindet sich direkt vor dem Gebäude mit dem roten Kreuz, das sofort ins Auge fällt. Noch etwas tiefer im Ort steht ein traditionell eingerichtetes Museumshaus. Ob und wann es geöffnet ist, lässt sich schwer sagen – vieles hier läuft in ruhigem, eigenem Tempo.

Orientierung im Dorf

Wer den Dorfplatz sucht, folgt einfach der Abzweigung unterhalb der Durchgangsstraße. So gelangt man direkt zu Kirche und Gemeindehaus, dem Herzstück des Ortes. Hier herrscht absolute Ruhe – selbst am Nachmittag begegnet man kaum jemandem.

Der große Wasserfall von Platanistos – ein Naturplatz wie aus der Zeit gefallen

Etwa einen Kilometer nach dem Dorf erreicht man die Straßebrücke über den Fluss, und damit die Hauptattraktion: den großen Wasserfall, der unmittelbar neben der Brücke tosend in ein klares Becken stürzt. Das satte Grün, die breiten Platanen und das beständige Rauschen des Wassers verleihen diesem Ort eine besondere Stimmung.

Die kleine Kantina „Dream“ liegt gleich daneben. Unter den mächtigen Platanen stehen Holztische bereit – ideal für ein Picknick oder einfach, um die friedliche Atmosphäre zu genießen. Das kristallklare Wasser lädt an heißen Tagen zu einer erfrischenden Abkühlung ein. Bei meinem Besuch war ich praktisch allein – ein Moment purer Ruhe und Entspannung.

Wer ein Stück dem Fluss stromaufwärts folgt, kann über herausragende Felsen oder am Ufer weitergehen. Überall ragen mächtige Platanen in den Himmel, kleine Wasserfälle und Stromschnellen begleiten den Weg. Flussabwärts verläuft der Pfad zunächst oberhalb des Wassers, das Rauschen begleitet jeden Schritt, immer wieder eröffnet sich der Blick durch das dichte Grün hindurch – ein perfekter Ort zum Verweilen und Staunen.

Zwischen alten Mauern und der historischen Steinbrücke

Vom Dorfplatz aus lohnt sich ein Spaziergang entlang der verlassenen Häuser ins Tal. Viele Gebäude wirken wie Zeitkapseln vergangener Zeiten; eines soll sogar noch eine historische Innenausstattung besitzen, war bei meinem Besuch jedoch verschlossen.

Weiter unten stößt man auf die historische Steinbrücke, die sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Der Abstieg durch diese ruhige Umgebung ist ein Spaziergang in die Vergangenheit des Ortes.

Wandern entlang der Wasserfälle – Der Z-Trail

Die Wasserfälle von Platanistos sind Teil eines der schönsten Wanderwege der Region. Der 8 Kilometer lange Z-Trail startet oberhalb von Epanochori an der alten Wassermühle und endet am Strand von Potamia, wobei rund 370 Höhenmeter überwunden werden.

Der Weg ist ausgezeichnet markiert: kleine gelbe Tafeln mit einem „Z“ weisen zuverlässig die Richtung. Er folgt dem Fluss, vorbei an mehreren Wasserfällen, Stromschnellen und idyllischen Naturplätzen. Die Abzweigung zum Einstieg nach Epanochori liegt etwa einen Kilometer oberhalb des Wasserfalls von Platanistos.

Fazit

Platanistos ist ein Ort für Entdecker: für Menschen, die Ruhe, Natur und Authentizität suchen. Zwischen dem Wasserfall, den alten Häusern, der historischen Brücke und dem stillen Dorfplatz habe ich ein Stück echtes Evia gefunden – ein Ort, an den ich jederzeit wieder zurückkehren würde.