Nördliche Südeuböa – Zwischen Golf und Ägäis
Wo zwei Meere einander so nah sind, beginnt die stille, weite Landschaft der nördlichen Südeuböa.
Mit der Ebene um den Dystos-See öffnet sich diese Region – ein schmaler Landstreifen zwischen Golf und Ägäis, geprägt von Ruhe, Weite und überraschenden Landschaftskontrasten. Über der Ebene erhebt sich ein markanter Hügel mit den Überresten des antiken Dystos; auf seinem höchsten Punkt wacht ein venezianischer Turm über dieses Stück Land zwischen zwei Meeren.
Mittelgebirge zwischen zwei Meeren
Sanfte Bergrücken durchziehen die Insel, bewaldet und offen zugleich, steigen bis auf rund 700 Meter und fallen ebenso schnell wieder zum Meer ab. Täler öffnen sich zu weiten Ausblicken, Felspartien brechen die Vegetation, und von den Höhen zeigt sich oft gleichzeitig der ruhige Golf und die offene Ägäis. Diese doppelte Perspektive verleiht der Region ihre besondere Spannung.
Küsten im Wechsel
Die Buchten am Golf wirken geschützt und still: Boufalos oder Panagitsa liegen zwischen grünen Hängen, das Wasser spiegelt das Licht und lädt zu ruhigen Momenten ein.
Die Ägäisseite öffnet sich weiter, offener, lebendig. Traumstrände wie Amarichi oder Limnionas entfalten sich zwischen Felsen und bewaldeten Berghängen, Wellen und Wind formen die Kulisse und verleihen ihr Dynamik. Die Gegensätze zwischen Golf- und Ägäisküste machen diesen Teil von Euböa besonders eindrucksvoll.
Drachenhäuser und historische Höhen
Über Styra ragen die geheimnisvollen Drachenhäuser auf, imposante Steingebäude, deren Zweck bis heute Rätsel aufgibt. Auf dem Gipfel Agios Nikolaos liegen die Überreste eines alten Kastros – stille Orte, an denen Landschaft und Geschichte eng verwoben sind. Wanderungen hier verbinden Pfade, Ausblicke und Geschichte auf harmonische Weise.
Orte, Wege und Marmari
Nea Styra und Panagitsa liegen geschützt am Golf. Nea Styra ist mit Fähren nach Agia Marina in Attika verbunden und ein beliebter Ferienort. Marmari markiert den südlichen Abschluss der Region: Hafenstadt und Ferienort zugleich, von hier verkehren Fähren nach Rafina. Von der Hauptstraße oberhalb von Marmari zeichnen sich bereits die Konturen des Ochi-Gebirges ab – ein leiser Hinweis auf den Landschaftswechsel, der jenseits des Ortes beginnt.
Südlich von Marmari steigen die Berge steiler an, die Formen werden massiver, und das Ochi-Gebirge setzt mit dem zweithöchsten Berg Euböas einen klaren landschaftlichen Akzent. Hier beginnt ein neuer Naturraum – rauer, großräumiger und alpiner als die sanftere Mittelgebirgslandschaft nördlich davon.
Fazit
Diese Region ist ein Land der Gegensätze: zwei Meere, stille Buchten und weite Strände, Mittelgebirge und historische Höhen. Wer Zeit mitbringt, wird belohnt – mit Ausblicken, versteckten Pfaden und der stillen, unverwechselbaren Schönheit eines oft übersehenen Stücks Euböa.
