Vasiliko – Das lebendige Herz der Lilantischen Ebene

Ankommen und Eintauchen in den Alltag

Vasiliko ist ein typisches Landstädtchen, das nicht vom Tourismus lebt, sondern von Landwirtschaft und einigen größeren Industriebetrieben am Ortsrand geprägt wird. Durch die Stadt bin ich schon häufig gefahren – sie liegt an der Hauptverbindung von Chalkida nach Kymi im Osten und Karystos im Süden. Viele nutzen sie nur als Durchgangsstation, dabei lohnt es sich, hier kurz Halt zu machen und am Straßenrand oder im alten Dorfkern die Atmosphäre aufzunehmen.

Kleine Geschäfte, Cafés und Tavernen reihen sich entlang der Hauptstraße, der Alltag spielt sich unverstellt und authentisch ab. Eingebettet in die fruchtbare Lilantische Ebene verbindet Vasiliko seine landwirtschaftlichen Wurzeln mit moderner Betriebsamkeit – ein überraschend lebendiger Ort, wenn man ihn wirklich erlebt.

Geschichte zum Greifen nah

Schon kurz vor dem Ort überquert man das breite, meist trockene Flussbett des Lilas, dessen Quelle hoch oben am Xerovouni-Massiv liegt. Wer ein wenig abseits der Hauptstraße unterwegs ist, entdeckt schnell historische Schätze.

Unweit des Ortsausgangs Richtung Fylla stößt man auf den beeindruckenden venezianischen Turm von Vasiliko – ein wuchtiger Bau, der erstaunlich gut erhalten ist. Weiter Richtung Fylla stehen auf zwei gegenüberliegenden Hügeln bei Mytika zwei weitere venezianische Türme wie Zwillinge, die sich über das Tal hinweg anblicken. Besonders in den Abendstunden, wenn das Licht weich wird und die Landschaft golden aufleuchtet, ist der Anblick unvergesslich.

Hoch über Fylla thront zudem eine geschichtsträchtige Festung. Die Ruinen mögen heute nur noch schemenhaft erkennbar sein, doch man kann sich gut vorstellen, wie Ritter Likarios im 13. Jahrhundert von hier aus über das Tal herrschte. Der Blick hinunter auf die weite Lilantische Ebene ist atemberaubend – kein Wunder, dass dieser Ort einst strategisch so bedeutend war.

Lefkanti – Ruhe, Strand und Geschichte

Vasiliko ist ein lebendiges Landstädtchen, und nur etwa 2 km entfernt liegt Lefkanti. Hier gibt es mehrere Hotels, und direkt am Golf von Euripos kann man geruhsames Strandleben genießen – ideal, um die Ruhe von Lefkanti mit dem lebendigen Alltag von Vasiliko zu verbinden.

Geschichtlich hat Lefkanti ebenfalls einiges zu bieten: Auf dem Hügel direkt am Meer liegt die Ausgrabungsstätte Xeropoli mit Funden aus der frühen Eisenzeit, weiter landeinwärts sind die Grundmauern eines der ältesten bekannten Gebäude Griechenlands zu sehen.

Fazit: Mehr als nur eine Durchfahrtsstation

Vasiliko mag auf den ersten Blick „nur“ eine Durchgangsstation sein – doch wer genauer hinschaut, entdeckt einen Ort, der Geschichte, Alltag und lebendige Kultur auf besondere Weise vereint. Zwischen venezianischen Türmen, historischen Ruinen und dem quirlig-authentischen Alltag wartet eine Erfahrung, die über das Übliche hinausgeht.

Für mich persönlich ist Vasiliko ein Ort, der zeigt: Euböa lebt nicht nur von Stränden und touristischen Hotspots – die wahren Schätze liegen oft abseits der ausgetretenen Pfade. Und genau das macht das Erkunden hier so lohnenswert.